Beschreibung
Die Sportmedizin in der DDR hatte einen guten Ruf. Er geriet in Misskredit, als im Kontext der politischen Abrechnung mit dem untergegangenen Staat das Thema 'Doping' sich als brauchbares Instrument erwies. Sportler, Trainer, Sportfunktionäre und -mediziner wurden an den Pranger gestellt und aus dem Amt gejagt, gesellschaftlich geächtet und auch juristisch verfolgt. Gegen diese pauschale Verurteilung und unzulässige Gleichmacherei lehnt sich einer der namhaftesten Sportmediziner der DDR auf. Als parteiloser Christ hat er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena in verschiedenen Funktionen gewirkt, zuletzt, ehe man ihn abwickelte, als Direktor des Instituts für Sportmedizin. Prof. Scheibe dokumentiert sachlich-nüchtern die Leistungen der Jenenser Sportmediziner, natürlich auch die eigenen, und zeigt zugleich, welche Chancen auch auf diesem Feld nach dem Beitritt vertan wurden. Seit dem Offenbarungseid, dass auch in der BRD nach 'leistungsunterstützenden Mitteln' gesucht und diese auch systematisch eingesetzt wurden, erscheint die Sportmedizin in beiden deutschen Staaten in neuem Lichte. Zurecht fordert Hans Modrow darum in seinem Vorwort, dass es an der Zeit sei, endlich vorurteilsfrei und sachlich die deutsche Sportgeschichte gemeinsam und in ihrer Einheit aufzuarbeiten. Hier könnte der Sport Vorreiter für den inneren Frieden im Land werden. Mit einem Vorwort von Hans Modrow
Autorenportrait
Jochen Scheibe, Jahrgang 1937, Schulbesuch in Zeitz, Medizinstudium an der Berliner Humboldt-Universität von 1954 bis 1959, Pflichtassistenz in Zwickau und Betriebsarzt in Zeitz. 1967 Übernahme der Abteilung Sportmedizin am Institut für Körpererziehung der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 1970 Habilitation und Facharzt für Chirurgie und Sportmedizin, 1974 Dozent für Sportmedizin, 1984 Berufung als Ordentlicher Professor auf den Lehrstuhl für Sportmedizin an der Medizinischen Fakultät der Uni Jena. Seit 1971 gehörte er dem Vorstand der Gesellschaft für Sportmedizin der DDR an, seit 1973 der Verbandsarztkommission des Deutschen Schlitten- und Bobsportverbandes der DDR und seit 1988 dem Wissenschaftlichen Beirat Medizin beim Ministeriums für Hoch- und Fachschulwesen der DDR. Am 1. Juni 1990 Berufung zum Direktor des neu gegründeten Instituts für Sportmedizin an der Uni Jena, das im Dezember 1990 wieder abgewickelt wurde. Danach Wechsel nach Niedersachsen, dort u. a. angestellter Arzt in einer Klinik im Staatsbad Pyrmont. Prof. Scheibe lebt in Bad Pyrmont.
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